Güter-Biergarten soll bleiben

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Von: Christoph Motog am 30. Mai 2026, 18:15 Uhr

Lippstadt - Die Diskussion um eine Erweiterung der Außengastronomie des Alten Brauhauses schlägt seit Monaten Wellen. Eher unterm öffentlichen Radar läuft dagegen die Frage, was aus dem kleinen Biergarten der Musikkneipe zum Güterbahnhof wird.

An der Ecke Cappelstraße/Hospitalstraße wird sich nämlich einiges ändern, wenn 2027 das neue Stadthaus fertig ist und eine Busspur (mit angrenzender Haltestelle) direkt vor dem Biergarten verlaufen soll. Die betreffende Fläche östlich der Gastwirtschaft wird seit mehr als 100 Jahren von den jeweiligen Gastronomen angepachtet. Ursprünglich diente der Bereich als Stellfläche für Pferdekarren, heute ist er eine begrünte Oase der Aufenthaltsqualität, der die südliche Altstadt in diesem Bereich sichtlich aufwertet.

Anfragen abgelehnt

Den Betreibern Theo und Chrysanthi Nastopoulos ist zwar seitens der Stadtverwaltung vage signalisiert worden, dass man ihnen einen Teil des kleinen Biergartens weiter zur Verfügung stellen will, doch es ist bislang nicht kommuniziert worden, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen. „Unsere Anfrage, diesen oder einen alternativen Bereich rund um das Gebäude zu erwerben, wurde bislang mit dem Hinweis auf Platzmangel abgelehnt“, sagt Chrysanthi Nastopoulos.

„Durchgangsweg“

Die Geschwister Nastopoulos geben die Hoffnung nicht auf, dass ihnen ein nicht allzu kleines (!) Stück Biergarten erhalten bleibt. „Wir bitten außerdem darum, dies bei der Gestaltung, insbesondere bei der Bepflanzung und der Planung der Busspuren zu berücksichtigen.“ Sie sehen zum einen die Gefahr, dass der Biergarten unmittelbar neben einer stark befahrenen Spur erheblich an Aufenthaltsqualität verliert. Zum anderen befürchten sie, dass ihr traditionsreicher Biergarten künftig nicht mehr als lauschiger Treffpunkt, sondern als Durchgangsweg zur Bushaltestelle wahrgenommen wird. Dieser Weg droht überdies ausgesprochen eng zu verlaufen, zumal die Stadt auf der jetzigen Biergartenfläche einen Baum anpflanzen möchte.

Petition gestartet

Vor einigen Wochen haben Theo und Chrysanthi Nastopoulos daher eine Petition für den Erhalt des Biergartens gestartet. Obwohl diese nicht an die große Glocke gehängt wurde, unterzeichneten innerhalb kürzester Zeit rund 300 Gäste, Nachbarn und Befürworter aus der Bürgerschaft. Aufgrund der Resonanz überlegt man nun, zusätzlich eine Online-Petition ins Leben zu rufen. Man hofft indes, dass die Stadtverwaltung die Bedeutung des Biergartens als gewachsene soziokulturelle Begegnungsstätte im Quartier anerkennt, sodass man zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, die alle Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt.