Disco „Kultstätte“ schließt
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Von: Christoph Motog am 25. Juni 2026, 19:49 Uhr
Das Bild entstand 2015, als die „Kultstätte“ noch „Single“ bzw. „Eden“ hieß. ﹘ Foto: Nicole Toposch
Wiedenbrück – Ende einer Ära: Die „Kultstätte“ am Südrand von Wiedenbrück schließt nach über 40 Jahren. Die letzte Tanznacht ist für Samstag, 27. Juni anberaumt.
Das bis 2018 noch als „Single“ und „Eden“ bekannte Lokal wurde seit 2005 von Adolf Mackenbrock geführt, der nun in Rente gehen möchte, wie er in einem Statement bei Facebook schreibt. Schon vor seiner Übernahme hatte sich das „Single“ und „Eden“ mit seinem Doppeldisco-Konzept zu einem generationsübergreifenden Anziehungspunkt entwickelt: Ü30er und Ü40er trafen hier auf Ü50er und Ü60er, aber auch Twens und Senioren begegneten sich hier an und auf den Tanzflächen. Das Partyvolk kam nicht nur aus der Umgebung – wer samstagabends über den Parkplatz schritt, bemerkte Autokennzeichen aus einem Radius von bis zu 150 Kilometern.
Ü50er-Frust
„Es war eine schöne und unvergessliche Zeit“, schreibt Adolf Mackenbrock – aber „auch Legenden haben ein Ablaufdatum“. In den offensichtlich von Stammgästen verfassten Kommentaren unter seinem Facebook-Post klingt viel Bedauern durch: „Wirklich schade. Wo soll man mit über 50 noch neue Menschen kennenlernen? Nicht jeder möchte seine Abende allein auf dem Sofa verbringen. Solche Treffpunkte sind wichtig und werden leider immer seltener“, schreibt eine Frau.
„Early Bird“
Die gastronomische Geschichte des Gebäudes an der Lippstädter Straße 125 reicht indes noch viel weiter zurück als bis 1985. Bereits 1966 hatte hier die Diskothek „Early Bird“ eröffnet.
Wie viele Menschen mögen hier im Laufe der Jahrzehnte geflirtet, geschwoft und Longdrinks gezischt haben? Überliefert sind auch Invasionen halber Kompanien aus der Lipperlandkaserne.
Abriss geplant
Das 8.300 Quadratmeter große Areal ist von einem Investor erworben worden. Aller Wahrscheinlichkeit wird das Gebäude abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Bereits Ende 2021 waren im Rheda-Wiedenbrücker Stadtentwicklungsausschuss Zukunftspläne für das Grundstück publik geworden, als zwei Architekten das Projekt eines „Bio-Hotels“ vorstellten.