Magnolia

Zur Feier der Album-Veröffentlichung feiern Magnolia am Samstag, 3. April eine Record-Release-Party. Der Livestream wird ab 20.15 Uhr übertragen, und zwar via www.twitch.tv/djmoese

Zur Feier der Album-Veröffentlichung feiern Magnolia am Samstag, 3. April eine Record-Release-Party. Der Livestream wird ab 20.15 Uhr übertragen, und zwar via www.twitch.tv/djmoese

Von Christoph Motog  

Lippstadt - Es begann bei einem Schneesturm. „The Swedish Man“ alias Christian Schwede stand am zweiten Adventssonntag des Jahres 2017 auf der Bühne des Spendenmarkts „Mastholte hilft“. Nach dem Auftritt begab sich eine 21-Jährige namens Sarah Nauber zu dem rund doppelt so alten Musiker, den sie bis dahin nur flüchtig kannte, und verwickelte ihn in ein Gespräch. „Meine Freunde sagen immer, ich kann singen. Aber ich seh‘ das anders.“ Obwohl die junge Mastholterin tatsächlich eine eher bescheidene Selbsteinschätzung hatte, fasste sie sich ein Herz und fragte Christian, ob er sich ihren Gesang vielleicht mal anhören wolle. Der Lippstädter fand Sarahs offene Art erfrischend und drückte ihr seine Visitenkarte in die Hand.

 

Schon wenige Tage später stand Sarah in seinem Proberaum. Kaum dass sie losgelegt hatte, wich aus Christians Augen jedwede Spur von Trockenheit. „Was geht denn hier ab? Wo kommt denn diese Stimme her?“ Was er hörte, war eine ebenso volle wie sanfte Stimme – mit dem gewissen Etwas: in Form einer Andeutung von Brüchigkeit. Noch vor Silvester taten sich die beiden zusammen. Zu einem „Acoustic Pop Duo“, das sich durch zweistimmigen Gesang samt Christians Gitarren- und Mundharmonika-Spiel auszeichnete. Schon am Neujahrstag 2018 gaben die Zwei in Freienohl einen ersten gemeinsamen Gig. Und: Die anfangs überaus nervöse Sarah konnte es auch vor Publikum. Jetzt war klar, dass mit Magnolia noch zu rechnen ist.

 

In der Tat war das Duo schon bald so gefragt, dass sich Gig an Gig reihte. Die beiden akustikrockten den Lippstädter Weihnachtsmarkt ebenso wie die Geseker Sommerreihe „Kulturgebeat“. Sie standen gemeinsam auf der „Mastholte hilft“-Bühne und spielten zugunsten des Gnadenschutzhofes Solluna. Beim Lippstädter Kneipenfestival gelang ihnen das Kunststück, die Waschbar zur begehrtesten aller Bühnen zu machen. Es war so voll, dass zeitweise niemand mehr eingelassen wurde. Am Ende wollte kaum einer gehen, obwohl Christian und Sarah längst die letzte Zugabe gegeben hatten.

 

Raritäten statt Radiohits

 

Ein glückliches Händchen bewiesen die beiden auch bei der Auswahl ihres Repertoires. Abgenudelte Radiohits kamen nicht in Frage. Stattdessen entschieden sie sich für eher selten gecoverte Songperlen – von Bob Dylans „Wagon Wheel“ bis zu „Oft gefragt“ von AnnenMayKantereit. Hinzu kamen einige berückende Liebesduette der Popgeschichte, darunter „Summerwine“ und „Something Stupid“.

 

Gleichzeitig erarbeiteten Christian und Sarah von Anfang an eigene Sachen. Erklärtes Ziel: ein Album voller selbstgeschriebener Songs. Dass es länger dauerte als gedacht, ist der Experimentierfreude geschuldet, wollten die beiden doch ursprünglich ambitionierten Elektropop verwirklichen. Als die Arbeit daran bereits weit fortgeschritten war, wurde alles wieder umgeschmissen. „Wir merkten irgendwann, dass uns beim Elektrosound das Authentische fehlt.“ Heißt: „Wir wollten dann doch lieber etwas machen, was wir auch live umsetzen können. Daher fingen wir mit dem Album quasi noch mal von vorne an.“

 

Gut drei Jahre nach der Gründung von Magnolia ist es nun soweit: „Wir tanzen das Leben“ ist ein abwechslungsreiches, zweisprachiges Debüt. Das Album ist ab 13. April bei allen einschlägigen Portalen und Stores als Download erhältlich – von A wie Amazon bis Z wie Zvooq. Als CD gibt es „Wir tanzen das Leben“ bereits seit Ende März (erhältlich über www.the-swedish-man.de/magnolia/shop und später auch auf Konzerten). Im Frühsommer folgt eine limitierte Auflage auf Vinyl. PS: Wer erst mal reinhören möchte: Bei youtube steht das komplette Album online.

 

Zur Feier der Album-Veröffentlichung feiern Magnolia am Samstag, 3. April eine Record-Release-Party. Der Livestream wird ab 20.15 Uhr übertragen, und zwar via www.twitch.tv/djmoese.   In der Zeit nach Corona sind die beiden auch wieder live zu erleben. Und zwar vor allem auf der „Red Stage“: Dabei handelt es sich um eine fahrbare, 4,50 mal 3,20 Meter große Bühne, die auf einem Wohnmobil-Auflieger errichtet ist. Dank eigener Stromversorgung macht diese Red Stage unabhängig von örtlichen und zeitlichen Zwängen. Christian Schwede verwirklicht damit seinen Wunsch, an jedem erdenklichen Ort spielen zu können. Vergangenen Sommer hatte er dafür einen Crowdfunding-Aufruf gestartet, dessen gute Resonanz die Verwirklichung ermöglichte. -Christoph Motog