DJ-Livestreaming: Betreutes Daheimfeiern

Gründer und Gastgeber der Lippstäder "Soulkitchen"-Partyreihe: Deejay La alias Christoph Lammert.

Blick ins Heimstudio von Deejay La im Lippstädter Süden.

Wer guckt schon einem DJ zu, der einfach nur Musik auflegt? Showelemente gehören dazu.

Gründer und Gastgeber der Lippstäder "Soulkitchen"-Partyreihe: Deejay La alias Christoph Lammert.

Blick ins Heimstudio von Deejay La im Lippstädter Süden.

Wer guckt schon einem DJ zu, der einfach nur Musik auflegt? Showelemente gehören dazu.

Lippstadt - Corona macht’s unmöglich, Clubnächte bleiben noch lange tabu. Partypeople gieren nach Alternativen, und es gibt eine: Onlinebetreutes Abfeiern in der Home-Version, genannt DJ-Livestreaming. Einer, der seit Wochen regelmäßig Stimmung in die Buden bringt, ist Deejay La alias Christoph Lammert. Der Lippstädter befindet sich zurzeit in Elternzeit und nimmt sich abends gern Zeit, ausgehungerte Nachtschwärmer von seinem Heimstudio aus zu unterhalten. Im Interview mit Christoph Motog überrascht Deejay La:  Livestreaming ist keinesfalls eine lausige Notlösung.    Inwieweit können Live-Streams das Nightlife ersetzen? 

 

Deejay La: Natürlich freue ich mich schon jetzt auf die nächste echte „Soulkitchen“ in Toni’s Mietbar. Bis es soweit ist, helfe ich den Leuten gern dabei, ihre Wohnung oder ihren Garten zu rocken. Stream-Partys haben eine Menge Vorteile, zum Beispiel, dass der Weg nach Hause nicht so weit ist. Ich selber konsumiere grade auch häufig Streams. Ich finde zum Beispiel richtig gut, was Christian Schwede in seiner „Corona Friday Night“ macht.

 

Wie ist die Resonanz auf deine Sendungen? 

 

Deejay La: Es läuft ziemlich unterschiedlich, mal gucken 50 Leute zu, mal nur fünf. Schön ist, dass es Stammgäste gibt, die fast immer dabei sind. Über den Chat bekomme ich ständig Reaktionen, die Leute äußern Musikwünsche, unterhalten sich und scherzen. Oft macht es mir so viel Spaß, dass es ausufert – du wolltest eigentlich nur mal eben für 30 Minuten was streamen, aber am Ende werden daraus über drei Stunden. 

 

Beim Streamen in deinem Heimstudio bist du allein. Ist das nicht viel langweiliger als am DJ-Pult im gut gefüllten Club? 

 

Deejay La: Nein! Für mich ist es sogar lustiger als eine echte Party, weil du beim Streaming als DJ wesentlich intensiver und mit viel mehr Leuten interagierst. Der Chat macht es möglich. Manche schicken auch Fotos oder Videos. Darauf ist zu sehen, dass heftig gefeiert und getanzt wird. Das hat mich schon überrascht. 

 

Die Kulisse mit dem Dschungel im Vordergrund – was hat es damit auf sich?

 

Deejay La: Wer guckt schon einem DJ zu, der einfach nur Musik auflegt? Showelemente gehören dazu. Zum Beispiel das links auf dem Bildschirm laufende „Tony TV“: Es zeigt Effekte, die mein DJ-Programm produziert. Ich gebe auch schon mal politische Statements ab – es kann vorkommen, dass ein Diktator in zig Uniformen eingeblendet wird. 

 

Du streamst nicht nur auf Facebook. Ist ein Portal nicht genug? 

 

Deejay La: Bei Facebook ruckelt es leider oft, der Stream bricht immer mal ab. Hier erreichst du allerdings immer noch die meisten. Ich rate den Leuten aber zu Twitch. Nicht nur für mich ist Twitch DAS neue DJ-Streaming-Portal. Dort gibt es keine ungewollten Unterbrechungen, es läuft einfach viel besser. Wer hier mitchatten will, muss sich zwar anmelden, aber das ist keine große Sache. 

Mit dem Streamen bei youtube fange ich gerade erst an – mal schauen, wie das läuft.

 

Während Christoph zunächst mittwochs und samstags auf Sendung war, geht er derzeit (bis auf Weiteres) freitags um 19.30 Uhr live. Erfahrungsgemäß überkommt ihn die Streaming-Lust aber auch mal spontan. (PS: Wer was verpasst hat, kann auf den Portalen auch Videos früherer Übertragungen abrufen).

 

Unter folgenden Links sind die Streams zu finden: 

twitch.tv/Deejaylazy

facebook.com/franzvon.tanz

youtube.com/deejayla