Von Christoph Motog
Lippstadt - Tausendundeine Nacht mussten wir drauf warten. Wir haben richtig gerechnet: Exakt 1001 Tage nach der am 30. September ’22 erfolgten Veröffentlichung von „Auf der Suche nach Trouble“ erscheint am Freitag, 27. Juni im Eichborn Verlag das neue Buch von Max Kersting: „Damals hatten wir Minigolf, sonst nichts“. Es übertrifft den Vorgänger um zehn Seiten und lässt sogar 13 Mal ins Weltall blicken. Dabei dringt Herr K. in unendliche Weiten und bis in Galaxien vor, wo gestern noch heute ist.
Komik & Tragik
Der „Kurator der Absurditäten“, wie das Grafikmagazin ihn nennt, legt damit erneut einen Bildband voller freiwilliger Komik und freidrehender Tragik hin: Ob schale Tristesse in langweiligen Neubausiedlungen, konspirative Absprachen unter eigentlich unauffällig wirkenden Menschen oder die geheimen Gedanken eines Rennpferds – nichts entgeht Max Kerstings wachem Blick für unser seltsames Dasein
Ultrakurz-Storys
Abgesehen von den oben erwähnten Weltraumeindrücken handelt es sich abermals um auf Flohmärkten oder mithilfe von Fortuna aufgestöberte alte Fotos, die er mit einer Gedankenübermalung versehen hat. Heißt: Angejahrten Schnappschüssen mit ihren scheinbar banalen Motiven haucht Kersting mit wenigen krakeligen Worten neues Leben ein, sodass sie zu Ultrakurzgeschichten erblühen. Im Blicker hat der aus Lippstadt stammende Künstler seit 2012 bereits 129 solcher Arbeiten veröffentlicht – in der Regel finden sie sich auf der viertletzten Seite. Wir hoffen, dass noch viele folgen.

